Handball-EM: Die Nervenschlacht von Belgrad

Jetzt muss ein Sieg her!
Deutschlands Handballer sind bei der Europameisterschaft in Serbien endlich in Schwung gekommen. Selbst gegen Vize-Weltmeister Dänemark hielten die Männer von Bundestrainer Martin Heuberger super mit. Am Ende stand eine knappe 26:28-Niederlage. Jetzt kommt alles auf das Spiel gegen Polen am Mittwoch (25.1.2012) an. Das DHB-Team hat weiterhin alles in der eigenen Hand. Schützenhilfe ist nicht nötig. Ein Sieg und die Jungs sind unter den letzten Vier.
So schön der Einzug ins Halbfinale wäre, viel wichtiger ist es, die Berechtigung für eines der letzten beiden Qualifikationsturniere für Olympia 2012 in London zu ergattern. Dafür muss Deutschland sieben der acht noch nicht qualifizierten Nationen hinter sich lassen. Tschechien, Russland und Norwegen haben sich erledigt, Polen, Serbien, Mazedonien und Slowenien sind noch im Rennen.
Die Serben sind sogar schon sicher im Halbfinale. Gewinnt das DHB-Team am Mittwoch gegen Polen, sind auch unsere Nachbarn sowie die Mazedonier als Konkurrenten um einen Quali-Platz ausgeschieden. Bleiben noch die Slowenen. Die sind allerdings in der Hauptrundengruppe II als Vierter so gut wie raus. Da besteht nur noch eine theoretische Chance.
Im Klartext: Der Mega-Krimi gegen Polen entscheidet schon über die Zukunft unserer Handball-Nationalmannschaft im Olympia-Jahr. Siegen die Kraftpakete aus Deutschland gegen Polen, ist alles gelaufen. Von da an sollte aller Druck raus sein und die EM-Kür beginnt.
Wann startet Pascal Hens durch?

Die Statistiken sprechen für Deutschland.
Doch davor haben die EM-Organisatoren jede Menge Arbeit gestellt. Nicht mal 48 Stunden bleiben der Mannschaft von Martin Heuberger, um den Marathon gegen die Dänen physisch und psychisch zu verdauen. Sorgen macht vor allem der Zustand des vor dem Turnier in Serbien hoch eingeschätzten Pascal Hens. Der Rückraum-Hüne vom Deutschen Meister HSV spielte bei der EM bislang äußerst schlapp, bekam nur wenig Einsatzzeit. Gegen die Dänen wollte ihm der Bundestrainer Selbstvertrauen geben und stellte Hens in die Startformation. Ein Magen-Darm-Virus und eine erneut höchstens mittelmäßige Leistung warfen Hens aber eher wieder zurück. Ob die Krankheit bis zum Mittwoch auskuriert ist, konnte die medizinische Abteilung nicht mit Sicherheit sagen. So oder so braucht die Mannschaft „Pommes“ und er wird in jedem Fall bereit stehen.
Siebenmal trafen die deutschen Handballer schon auf die Polen. Die Bilanz ist mehr als gut: fünf Siege erballerte sich der DHB. In der bislang letzten Begegnung schafften die Polen aber ein 27:25. Das war vor zwei Jahren bei der Handball-EM 2010 in Österreich. In der Vorrundengruppe C landeten die Deutschen auf Platz drei, Polen gewann die Gruppe. Eine Tendenz, die sich durch das weitere Turnier zog. Die DHB-Auswahl schied später aus, die Polen stürmten ins Halbfinale.
