American Football: Tim Tebow darf auch gegen die Jets College-Football spielen

In der National Football League (NFL) gibt es vor dem elften Spieltag nur noch ein ungeschlagenes Team: die Green Bay Packers. Der amtierende Super-Bowl-Champion stürmt auch in der neuen Saison beeindruckend über die Gegner hinweg. Am Sonntag (20.11.2011) haben die Packers im „Battle of the Bays“ Heimrecht gegen die Tampa Bay Buccaneers. Die Bucs liegen derzeit mit vier Siegen und fünf Niederlagen nur an dritter Stelle in der NFC South. Niemand zweifelt am nächsten Sieg der Packers. Bereits am frühen Freitagmorgen (18.11.2011) unserer Zeit gibt es ein besonders interessantes NFL-Duell: Die bislang eher enttäuschenden New York Jets müssen zu den Denver Broncos, einem der Überraschungsteams dieser Saison.

Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Als John Fox im Frühjahr dieses Jahres als Head Coach zu den Denver Broncos kam, war Quarterback Tim Tebow schon da. Ob er ihn, so wie sein Vorgänger Josh McDaniels, ebenfalls 2010 in der ersten Runde gedrafted hätte? Wer weiß? Wahrscheinlich aber nicht. Zunächst tat sich der erfahrene Fox schwer mit seinem neuen Spielmacher. Der saß erstmal auf der Bank. Seit drei Wochen aber ist Tebow die Nummer eins auf der Spielmacher-Position.

Tim Tebow hatte eine überragende College-Karriere mit den Florida Gators. Nationale Meisterschaft und zahlreiche Einzelauszeichnungen zeugen davon. Was ihn im College-Football so einzigartig machte, war seine Fähigkeit mit dem Ball zu laufen. Sicher, es gibt auch andere Quarterbacks, die wendig und schnell durch die gegnerische Verteidigung kurven können. Tim Tebow aber ging auch durchaus gerne mit dem Kopf voran durch die gegnerische Defense-Wand – so wie ein Runningback. Und wenn alle mit seinem nächsten Lauf rechneten, lupfte er den Ball über die auf ihn zustürmenden Verteidiger hinweg auf einen völlig allein gelassenen Receiver.

Ein Team wird umgeschult

Ja, Tim Tebow kann auch werfen. Aber seine eigentliche Stärke war die Option-Offense. Er, der Quarterback, beobachtete die Defense und entschied dann, ob er selbst laufen oder einem seiner Runningbacks den Ball übergeben würde. Ein solches System wird im Profi-Football der NFL eigentlich nicht gespielt. Eigentlich. Seit zwei Wochen hat Tim Tebow seine Read-Option wieder. Der Head Coach der Denver Broncos John Fox zog nach einer bitteren 10:45-Niederlage gegen die Detroit Lions die Notbremse. Jetzt wird in Mile High Tebow-Ball gespielt. Im Klartext: Es ist nicht etwa Tim Tebow, der die typische NFL-Offense lernt, der Rest des Teams lernt seither die Read-Option.

John Fox ist durchaus für ungewöhnliche Maßnahmen bekannt. Ihn interessiert nicht, was der Rest der NFL-Trainer-Kollegen tut. Der Coach der Denver Broncos sorgt dafür, dass sein Team Erfolg hat. Seit er vor zwei Wochen neue, auf seinen Quarterback Tim Tebow zugeschnittene Spielzüge einführte, gewinnen die Broncos wieder. Zwei Siege in Folge und jetzt kommen die angeschlagenen New York Jets. Die hinken in ihrer AFC East den New England Patriots hinterher. Die Buffalo Bills sind mit ebenfalls fünf Siegen und vier Niederlagen gleichauf.

Vor Beginn der Saison hatten die Jets ihre Division gewinnen wollen. Die Play Offs waren fest eingeplant. Doch wieder mal wackelt Jets-Quarterback Mark Sanchez. In den drei Siegen zuvor hatten die Jets vor allem ihre Ballträger eingesetzt, gegen eine unsichere Pass-Verteidigung der New England Patriots am vergangenen Sonntag aber wieder auf „Luftangriffe“ gesetzt. Was ordentlich daneben ging. Beim 16:37 warf Sanchez zwei Interceptions und wurde sogar fünfmal von der Patriots-Defense zu Boden gebracht.

Kann die gute Laufverteidigung die Jets retten?

Hoffnung vor dem wichtigen Match bei den Denver Broncos macht den New York Jets die eigene Verteidigung. Die hatte das eher konventionelle Laufspiel der Patriots am vergangenen Sonntag bestens im Griff. Die Stars aus New England schafften gerade mal 60 Yards auf dem Boden. Anders als Patriots-Quarterback Tom Brady ist Jets-Spielmacher Tim Tebow eher unsicher in Sachen Passspiel. Ziel der Jets-Defense ist es also, die Broncos zum Passen zu zwingen. Dass das gelingt, glauben indessen nicht viele Experten in den USA. Deshalb sind die Denver Broncos auch Favoriten bei den Buchmachern.