Formel 1: Vettel auf Rekordjagd, Mittelfeldpiloten auf der Suche nach einer Zukunft

Wenn die Formel-1-Stars am Samstag (12.11.2011) um die besten Startplätze für den Großen Preis von Abu Dhabi kämpfen, dann haben so einige auch noch etwas anderes im Kopf: ihre Zukunft. Sebastian Vettel steht längst als Weltmeister fest. Und sein Team Red Bull ist Mannschaftsweltmeister. Jetzt geht es vor allem für die Fahrer im Mittelfeld um Cockpits für die kommenden Jahre. Sie müssen am Wochenende noch mal alles zeigen.

Ganz relaxed geht allerdings Mercedes GP trotz einer mittelmäßigen Saison in Abu Dhabi an den Start. Teamchef Ross Brawn hat seine Fahrer weiter an Bord. Schon im September sollen sich Michael Schumacher und Brawn per Handschlag auf eine Verlängerung bis 2013 geeinigt haben. Dann, so Schumi, könnte Mercedes GP ein titelfähiges Auto haben. Der Grundstein dazu soll in der kommenden Saison gelegt werden. Schumi soll sogar Druck auf Mercedes GP ausgeübt haben, um Renningenieur Jock Clear von Teamkollege Nico Rosberg abzuziehen. Der ist jetzt tatsächlich für Michael Schumacher tätig.

Den jungen Nico Rosberg lassen die internen Machtspielchen aber kalt. Der 26-Jährige verlängerte in dieser Woche ebenfalls bei Mercedes GP. Aus Teamkreisen hieß es, der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg habe „vorzeitig und langfristig“ verlängert. Und auch in der Fahrerwertung liegt er noch vor dem großen Weltmeister. 75 Punkte (Platz 7) sammelte Rosberg bislang ein, bei Schumi waren es nur 70 (8.)

Bleibt Rosberg bei Force India oder rast er künftig für Williams?

Ganz anders die Situation bei Force India. Dort wackelt schon seit langem Adrian Sutil. Medien melden, dass künftig Paul di Resta und Nico Hülkenberg in den beiden Cockpits des indischen Rennstalls säßen. Doch Besitzer Vijay Mallya wiegelt offiziell ab. Es sei noch keine Entscheidung gefallen. Der Deutsche Adrian Sutil holte immerhin bereits 30 WM-Punkte für Force India, ist damit um neun Zähler besser als Teamkollege di Resta. Dennoch ist er der erste Wackelkandidat.

Adrian Sutil könnte bei einem Rauswurf künftig für Williams fahren. Das Team ist auf der Suche nach neuen Piloten. Immer wieder wird der Name des Deutschen genannt. In diesem Jahr fährt das Traditions-Team Williams nur hinterher. Magere fünf WM-Punkte, Platz neun in der Teamwertung. Rubens Barrichello und Pastor Maldonado dürften dieser Tage mehr als unsicher über ihre Zukunft in der Formel 1 sein. Während Maldonado praktisch nicht mehr in den Plänen des Williams-Teams vorkommt, könnte Barrichello sogar noch eine Chance auf eines der beiden Cockpits im kommenden Jahr haben. Derzeit verhandelt Williams aber auch mit Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen. Der Finne plant eine Rückkehr in die Formel 1. Beide Verhandlungspartner meinen es offenbar ernst.

Ricciardo macht sich Hoffnung auf Toro Rosso

Auch bei Marussia-Virgin (in der kommenden Saison nur noch Marussia) dreht sich das Fahrer-Karussell. Es heißt, der Franzose Charles Pic habe einen Vertrag unterschrieben. Bestätigt wurde der Deal bislang nicht. Er käme für den Belgier Jerome D’Ambrosio. Timo Glocks Cockpit scheint dagegen sicher. Pic kommt aus der GP2-Serie.

Im HRT fährt Daniel Ricciardo bislang nur allen hinterher. Vor seinem zehnten Formel-1-Rennen am Wochenende in Abu Dhabi ist sich der Australier dennoch sicher, bald eine Chance auf einen der beiden Toro Rossos zu bekommen. Das kleine Red-Bull-Team teilt sich derzeit mit Sauber Platz 7 in der Mannschaftswertung. Sebastian Buemi und Jaime Alguersuari bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm. Und: Ricciardo half in dieser Saison bereits bei den Trainings in Australien, Malaysia, Spanien, Türkei, Monaco, Kanada, Europa (Valencia) und China bei Toro Rosso aus.

Vettels Rekord-Jagd

An der Formel-1-Spitze sind Sebastian Vettel und Red Bull trotz der bereits gefallenen WM-Entscheidung Favoriten. In den ersten beiden Rennen in Abu Dhabi gewann jedes Mal der Weltmeister. Zudem kann Vettel auf dem Yas Marina Circuit auch noch Nigel Mansells Pole-Rekord einstellen. 14-mal ging der Brite in der Saison 1992 als Erster ins Rennen, Sebastian in dieser bereits 13-mal. Und auch der Sieg-Rekord von Michael Schumacher aus dem Jahr 2004 kann noch eingestellt werden. Schumi gewann damals 12 Rennen, Vettel bislang zehn. Noch stehen aber zwei Große Preise auf dem Programm.