Fußball am Sonntag: 1. Bundesliga, 2. Bundesliga, Premier League

Tag der Revanche in der Bundesliga

Revanche möglich?

Am Sonntag (27.11.2011) geht es gleich für zwei Top-Teams um Wiedergutmachung. Werder Bremen muss die schlimme 0:5-Pleite bei Borussia Mönchengladbach abschütteln und gegen den VfB Stuttgart ran. Der FC Bayern München hadert noch immer mit dem 0:1 gegen Borussia Dortmund und darf zum 1. FSV Mainz 05.

Die Mainzer können einem schon Leid tun. Ausgerechnet die tapferen Jungs von Thomas Tuchel könnten jetzt den Zorn des großen FC Bayern München zu spüren bekommen. In der bayerischen Hauptstadt wollen sie die Pleite gegen Borussia Dortmund noch immer nicht wahr haben. Der BVB sei gar nicht so toll gewesen und der FC Bayern habe viel mehr Qualität, polterten die Spieler unter der Woche. Das Lob für den Meister aus dem Ruhrpott verstehen die Herren aus München schon gar nicht. Allein das zeigt schon, wie sehr ihnen die Niederlage nachhängt.

Die wichtigste Frage vor dem Anpfiff: Haben die Mainzer etwas dagegenzusetzen? Hinten drin hat die Tuchel-Truppe derzeit große Probleme. Abwehr-Recke Nikolce Noveski zwickt’s noch immer im Oberschenkel. Sein Einsatz gegen die Bayern ist fraglich. Seit Borussia Dortmund den FC Bayern München knackte, reden alle davon, die BVB-Taktik zu kopieren – auch die Mainzer. Und so geht’s: Wahnsinnig viel rennen, aggressiv spielen und vor allem mutig dagegenhalten. Traut sich der Bundesliga-Fünfzehnte das wirklich zu? Na klar, tönt es aus Mainz.

Der FC Bayern München putzte am vergangenen Dienstag den FC Villarreal 3:1 in der Champions League weg, stürmte scheinbar unbeeindruckt von der Pleite gegen Borussia Dortmund ins Achtelfinale. Und dabei saß Top-Stürmer Thomas Müller nur auf der Bank. Stattdessen wirbelte Toni Kroos im Sturm. Die große Frage für Bayern-Coach Jupp Heynckes: Wer soll künftig vorne stürmen: Müller oder Kroos? Denn der genesene Arjen Robben scheint gesetzt. Oder gibt es doch eine Lösung mit allen drei Super-Stars?

Von den vergangenen drei Heimspielen gegen den FC Bayern München verlor der 1. FSV Mainz 05 zwei – und zwar richtig deutlich. Die Torbilanz bei den beiden Niederlagen (vergangene Saison 1:3): 1:7. Nur in der Spielzeit 2009/10 gab’s einen knappen 2:1-Sieg.

Quo vadis Werder?

Im Umfeld von Werder Bremen denken derzeit wohl alle: Bloß nicht wieder so eine Krise. Nach tollem Bundesliga-Start gab’s zuletzt doch einige enttäuschende Ergebnisse. Nur ein Unentschieden gegen den FC Augsburg und am vergangenen Wochenende das 0:5 bei Borussia Mönchengladbach. Dazwischen lagen allerdings zwei Siege gegen den 1. FSV Mainz 05 und den 1. FC Köln. Doch das Spiel in Gladbach war so unterirdisch, dass es nicht Wenige in Bremen mit der Angst zu tun kriegen. Die vergangene Horror-Saison ist noch längst nicht vergessen.

Und ausgerechnet jetzt fehlt dem Tabellen-Fünften womöglich Sturm-Ass Claudio Pizarro. Der hat Probleme im rechten Knie. Unter der Woche gab’s in Bremen reichlich Verwirrung. Mal hieß es Innenbandabriss und eine längere Pause, dann, es sei nur eine Innenbandzerrung. Pizarro könne am Sonntag gegen den VfB Stuttgart spielen.

Wichtig wär’s. Claudio Pizarro schoss in den 12 Bundesliga-Spielen dieser Saison elf Tore, war an 14 der letzten 15 Werder-Tore beteiligt. Gute Nachrichten gibt’s von Naldo. Der Brasilianer hat seine Bronchitis auskuriert und trainierte wieder normal mit.

Ganz andere Gedanken scheint man sich beim VfB Stuttgart zu machen. Dort denken Torjäger Martin Harnik und Mittelfeld-Mann Timo Gebhart sehr zum Missfallen von Trainer Bruno Labbadia vor allem über den nächsten Torjubel nach. Still und leise haben sich die Schwaben auf Platz sechs in der Bundesliga vorgearbeitet. Da hat der Trainer wohl Angst, dass Übermut einzieht. Bislang traf der Ex-Bremer Harnik schon sechsmal für den VfB. Allein zweimal zuletzt gegen den FC Augsburg.

Gegen kein anderes Bundesliga-Team kassierte Werder zu Hause so viele Tore wie von den Stuttgartern. 60 mal schlug es im Bremer Gehäuse ein. Werder schaffte in den vergangenen beiden Heimspielen gegen den VfB Stuttgart nur Unentschieden: 1:1 und 2:2. 2009 rappelte es dafür umso mehr. Mit einem 4:0 schickten die Bremer die Schwaben nach Hause.

2. Liga: Chaoten machten die Schlagzeilen

Dresden in den Schlagzeilen!

Der FC St. Pauli und Dynamo Dresden haben derzeit vor allem Sorgen außerhalb des sportlichen Bereichs. Beide Vereine müssen noch jeweils ein Krawall-Spiel verdauen. Dresden wurde wegen der Randale in Dortmund für den kommenden DFB-Pokal gesperrt und beim 2.-Liga-Spiel bei Hansa Rostock waren Pauli-Fans mit Raketen beschossen worden. Das Match stand kurz vor dem Abbruch.

Am Sonntag (27.11.2011) soll es zwischen St. Pauli und Dresden wieder um Fußball gehen. Pech für Dynamo: Aus heiterem Himmel fielen in dieser Woche drei wichtige Spieler aus. Stürmer Mickael Poté musste mit Kreislaufbeschwerden und Muskelkrämpfen ins Krankenhaus, bei Kapitän Cristian Fiel brach eine alte Wadenverletzung wieder auf und bei Mittelfeld-Mann Marvin Knoll rissen die Bänder im linken Sprunggelenk. Wieder dabei ist wohl Sebastian Schuppan – zumindest auf der Ersatzbank.

Beide Teams spielten bislang erst viermal in der Regionalliga Nord gegeneinander. Dynamo gewann seine Heimspiele und holte auf St. Pauli jeweils ein Unentschieden.

Manchester City: Vorsprung ausbauen

In der englischen Premier League spielt Manchester City eine wahnsinnige erste Saisonhälfte. Fünf Punkte Abstand auf den großen Stadtrivalen Manchester United und damit Tabellenführer. Am Sonntag (27.11.2011) geht’s zum FC Liverpool. Der Traditionsclub kommt bislang nicht so recht in Schwung, ist mit 12 Punkten Rückstand in der Meisterschaft schon aussichtslos zurück. In der vergangenen Saison gewann Liverpool sein Heimspiel 3:0.