Vor den Play-Off-Hinspielen in der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine waren die Portugiesen haushohe Favoriten. Vor den Rückspielen am Dienstag (15.11.2011) sind sie das einzige “große” Team, für das es so richtig eng ist. Denn beim Hinspiel in Bosnien-Herzegowina gab’s gerade mal ein 0:0. Die zweite Partie in Lissabon ist die mit Abstand spannendste am Dienstag.
Es war ein magerer Fußballabend am Freitag in Zenica. Portugals Supersturm um Cristiano Ronaldo blieb blass und schoss eine Fahrkarte nach der anderen. Aber auch Bosniens einzige Sturmspitze Edin Dzeko stach nicht. Auswärts sei Bosnien stärker, bangen portugiesische Zeitungen. Und auch Dzeko könne mehr, als er in Zenica gezeigt habe.
Der Ex-Wolfsburger schoss für seinen neuen Club Manchester City in dieser Saison schon 13 Tore. Und auch die Abwehr der Gäste dürfte am Dienstag in Lissabon nochmal stärker sein. Die im Hinspiel gesperrten Sasa Papac und Boris Pandza sind beim alles entscheidenden Match um die Qualifikation zur EURO 2012 wieder dabei. Und noch etwas spricht für die Männer vom Balkan: Sie sind seit sieben Spielen ungeschlagen, kassierten dabei nur ein Tor (Elfmeter). Torbilanz: 11:1.
Unterdessen zittert Favorit Portugal vor den starken Bosniern. Vor zwei Jahren waren beide schon einmal in den Play Offs aufeinander getroffen. Damals ging’s um die Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika. Portugal tat sich auch da schwer, siegte zweimal äußerst knapp 1:0.
Seit der Blamage von Zenica rasseln die portugiesischen Stars lautstark mit den Ketten. “Vor unsrem Publikum werden wir gewinnen”, tönt Real-Madrid-Star Cristiano Ronaldo. Rund 60.000 werden in Lissabon live dabei sein. Und die sinnen auf Revanche für die Laser-Attacken auf Ronaldo &Co. durch bosnische Fans beim Training. Und auch der Kartoffelacker von Zenica ist längst nicht vergessen. “Bereiten wir ihnen nun die Hölle”, forderte eine portugiesische Sportzeitung am Wochenende.
Die Nerven liegen blank. Doch einer muss sie unbedingt behalten. Der deutsche Schiedsrichter Wolfgang Stark. Er pfeift das Rückspiel zwischen Portugal und Bosnien-Herzegowina am Dienstag.
Die portugiesischen Superstars schafften es viermal in Folge in die Endrunde einer Europameisterschaft. Jetzt soll das fünfte Mal folgen. Bosnien-Herzegowina war noch nie bei einem großen Fußball-Turnier dabei.
Kippt Tschechien trotz des 2:0?
Das Ergebnis sollte eigentlich Ruhe bringen. Doch Tschechien bangt nach dem 2:0 über Montenegro immer noch um die Teilnahme an der EURO 2012 in Polen und der Ukraine. Denn die Beobachter der Partie in Prag waren sich einig: Das war ein Spiel auf Augenhöhe. Soll heißen: Da geht noch was. Denn erst in der zweiten Halbzeit hatten die Tschechen das 1:0 geschafft, Tor zwei fiel erst in der Nachspielzeit. Und jetzt geht’s nach Podgorica. Das ganz große Zittern dürften die Tschechen aber nicht bekommen. Montenegro gewann zuletzt im März dieses Jahres – in einem Freundschaftsspiel gegen Usbekistan (1:0).
Hiddinks Abschied?
Sicher durch sind wohl die Iren. Das überragende 4:0 gegen völlig überforderte Esten sollte genügen. Zumal das Rückspiel auch noch im heimischen Dublin steigt. Das vierte Qualifikationsspiel zur EURO 2012 am Dienstag ist wohl auch das letzte für Guus Hiddink als Trainer der Türkei. Nach dem 0:3-Debakel gegen Kroatien vom Freitag in Istanbul glaubt am Bosporus wohl niemand mehr an ein Weiterkommen oder einen Trainer Hiddink.
