Handball-EM: Jetzt oder nie Deutschland

Handball-EM: Jetzt oder nie Deutschland

Finden die Olympischen Spiele 2012 in London tatsächlich ohne die deutsche Handball-Nationalmannschaft statt? Bei der allerletzten Chance auf ein Olympia-Ticket, der Europameisterschaft in Serbien gab’s schon am ersten Tag von Tschechien eins auf die Mütze. Am Dienstag (17.1.2012) muss das DHB-Team gegen Mazedonien gewinnen, sonst ist schon in der Vorrunde Schluss.

Doch ausgerechnet dieser Gegner holte gegen Rekord-Europameister Schweden zum Auftakt ein 26:26. Deutschland muss mindestens Dritter in der Vorrundengruppe B werden, um in die Hauptrunde einzuziehen. Für den Olympia-Traum muss das Team von Bundestrainer Martin Heuberger am Ende der EM mindestens sieben der folgenden Nationen hinter sich gelassen haben: Polen, Serbien, Slowakei, Tschechien, Mazedonien, Russland, Norwegen und Slowenien.

Doch schon nach dem ersten Spiel laufen unsere Handball-Stars den Tschechen hinterher. Das ist nicht gut, denn die Punkte (oder eben auch nicht erzielten Punkte) gegen die für die Hauptrunde qualifizierten Gegner aus der Vorrunde nehmen die Teams mit. Jetzt gilt es also Mazedonien hinter sich zu lassen.

Dafür muss die DHB-Auswahl vor allem von Beginn an ernsthaft mitspielen. Im Katastrophen-Spiel gegen die Tschechen schafften die Hünen aus Deutschland gerade mal fünf Tore in den ersten 20 Minuten. Hoffnung macht die aufopferungsvolle Leistung in der zweiten Halbzeit. Das DHB-Team kam sogar noch zweimal ran, aber die nach wie vor hohe Fehlerquote und sichere Tschechen verhinderten einen deutschen Sieg.

Damit setzt sich die schlimme Niederlagenserie unter dem neuen Bundestrainer fort. Fünf Niederlagen und nur ein Sieg – das muss besser werden. Allerdings übernahm Martin Heuberger auch eine Handball-Nationalmannschaft, die zwei desaströse Turniere hinter sich hatte und ist für einen Neuanfang angetreten. Der würde mit einem frühen Ausscheiden bei der EM in Serbien sicher nicht leichter werden.

Es war vor allem ein alter Bekannter, der die deutschen Handballer ärgerte. Filip Jicha (THW Kiel) schenkte den deutschen Keepern gleich sieben Buden ein und war damit bester Tscheche. Zudem entschärfte Torwart Petr Stochl (Füchse Berlin) immer wieder auch die härtesten Würfe von Pascal Hens & Co.

Der EM-Außenseiter Mazedonien startete viel besser ins Turnier. Das Unentschieden gegen den WM-Vierten Schweden war ein Handball-Krimi. Die besten Torschützen für Mazedonien waren Superstar Kiril Lazarov (BM Ciudad Real in Spanien) und Stevche Alushovski. Beide kamen auf je sieben Treffer. Zum Vergleich: Deutschlands bester Werfer war Lars Kaufmann von der SG Flensburg-Handwitt mit fünf Toren.

Beide Teams trafen erst ein einziges Mal aufeinander. Das war bei der Weltmeisterschaft 2009 in Kroatien. Die DHB-Auswahl fegte Mazedonien mit 33:23 von der Platte, wurde am Ende Fünfter. Damals war die Handball-Welt noch halbwegs in Ordnung. Doch inzwischen reihen sich für den deutschen Handball Misserfolg an Misserfolg. Die EM in Serbien sollte den Aufschwung einleiten.