New Yorker Duell in der NFL: leicht favorisierte Jets

New Yorker Duell in der NFL: leicht favorisierte Jets

In den USA geht es am Heiligen Abend (24.12.2011) in der National Football League (NFL) für einige Teams schon um alles. Noch zwei Spieltage in der regulären Saison und der Großteil der 32 Mannschaften darf noch auf die Play Offs hoffen. Bereits sicher dabei sind die New England Patriots, Baltimore Ravens, Houston Texans, Pittsburgh Steelers in der AFC sowie Titelverteidiger Green Bay Packers, San Francisco 49ers und New Orleans Saints in der NFC. In der AFC streiten noch sieben Teams um zwei Play-Off-Plätze, in der NFC sind noch drei Plätze zu vergeben und acht Mannschaften noch im Rennen.

Besonders heiß ist das Hammer-Duell zwischen den New York Jets und New York Giants am Samstag. Die Jets sind nach derzeitigem Stand am so genannten Wild-Card-Wochenende dabei. Die Giants haben nur noch geringe Chancen auf ein Weiterkommen. Seit Jahrzehnten sind die Giganten das stärkere New Yorker Team. Die Jets werden oft belächelt, ihr bislang einziger Titel stammt aus dem Jahr 1969. Die großen Giants dagegen holten schon drei Meisterschaften (zuletzt 2008), waren ein weiteres Mal als Verlierer im Super Bowl dabei.

Doch in dieser Saison ist alles etwas anders. Die Giganten wackeln. Gerade mal sieben Siege in 14 Spielen – das ist zu wenig für die Ansprüche in New York. Dazu kommt, dass das Team von Head Coach Tom Coughlin nicht konstant genug spielt. Vor allem in der Verteidigung wackeln die Giants mächtig. Stark dagegen das Passspiel in der Offense. Quarterback Eli Manning ist zwar weiterhin nicht der Super-Star wie sein Bruder Payton (Indianapolis Colts, derzeit verletzt), spielt aber grundsolide. Mehr als 4.300 Yards erwarf der Spielmacher der Giants bereits in dieser Saison, schaffte bei 15 Interceptions 25 Touchdowns. Mit steigender Tendenz. Zwei der vergangenen drei Spiele waren herausragend: die knappe Niederlage gegen Green Bay und der Sieg gegen die Dallas Cowboys. In der vergangenen Woche dann fiel Eli Manning völlig auseinander. Drei Interceptions und kein einziger Touchdown waren seine ernüchternde Bilanz. Die Folge: eine Niederlage gegen die Washington Redskins.

 

Wie viel Druck können die Giants Mark Sanchez machen?

Mannings stärkste Waffen sind seine beiden Wide Receiver Hakeem Nicks und Victor Cruz. Die  Ausnahme-Athleten sind nur noch wenige Yards vom New-York-Giants-Rekord von Amani Toomer entfernt. Der schaffte 2002 1.343 Yards – Franchise-Bestmarke. Doch Manning und seine Receiver treffen am Samstag auf eine der besten Pass-Verteidigungen der NFL (7.). Allen voran die beiden Cornerbacks Darelle Revis und Antonio Cromartie. Revis ist blitzschnell und außerordentlich athletisch, Cromartie macht das Fangen des Ledereis mit seiner ungeheuren Spannweite extrem schwierig. Umgekehrt produzierte Jets-Quarterback Mark Sanchez zuletzt einfach zu viele Ballverluste. Schlüssel für die Grünen ist ganz klar ein sicherer Spielmacher.

Unabhängig von sportlichen Gedanken brodelt es dieser Tage in Football-New-York. So viel steht auf dem Spiel. Gewohnt lautstark poltert Jets-Trainer Rex Ryan. Er sei nicht nach New York gekommen, um irgendjemandes kleiner Bruder zu sein, fordert der Coach mehr Respekt für seine Jets ein. Die seien in den vergangenen beiden Jahren (da übernahm er das Team) klar besser gewesen als die Giants. Schaut man auf die Tabelle, hat Ryan recht. 2009 und 2010 schafften es die Jets in die Play Offs, die Giants scheiterten. Aber einen direkten Vergleich gab der Spielplan nicht her. Zuletzt spielten Jets und Giants 2007 gegeneinander. Die Giganten gewannen zu Hause 35:24. Im ewigen Duell führen die Giants übrigens 7:4.

Der Verlierer am Wochenende hat es ganz schwer, in den Play Offs dabei zu sein. Verlieren die Giants und die Dallas Cowboys gewinnen gleichzeitig gegen die Philadelphia Eagles sind sie sogar ausgeschieden. Immer noch eine Chance hätten die Jets bei einer Niederlage, aber dann hätten sie es am letzten Spieltag (1.1.2012) nicht mehr in der eigenen Hand. Fremde Hilfe wäre dann nötig.