NFL-Play-Offs: Packers haushoher Favorit
Jetzt greift auch Titelverteidiger Green Bay Packers in die Play Offs in der National Football League (NFL) ein. Am Montagmorgen (16.1.2012) deutscher Zeit geht’s gegen die New York Giants um den Einzug ins NFC-Finale (gleichbedeutend mit einem Halbfinale in Richtung Super Bowl). Zwei Super-Bowl-Ringe in Folge zu ergattern, gelang in der NFL-Geschichte nicht vielen Teams. Doch gleich in den ersten beiden Jahren der NFL (1967/68) waren es genau diese Packers, die beide Titel holten. Zuletzt schafften die New England Patriots 2004/05 das Doppelpack. Am Sonntagabend unserer Zeit haben es die Baltimore Ravens in der AFC mit den Houston Texans zu tun.
Zum Spiel am Montag: Die New York Giants hoffen inständig darauf, dass sie endlich wieder ihre drei Stars in der Defense-Line gemeinsam aufs Feld kriegen. Seit Saisonbeginn im Oktober hat das nicht oft geklappt. Wenn Justin Tuck, Osi Umenyiora und Jason Pierre-Paul gemeinsam auf Packers-Quarterback Aaron Rodgers losstürmen, dann kann das ein langer Abend für den Spielmacher werden. Zumal bei Green Bay weiterhin wichtige Spieler in der Offense-Line angeschlagen sind.
Packers-Quarterback Aaron Rodgers spielte bislang wieder eine überragende Saison und auch beim 38:35-Sieg im Dezember des vergangenen Jahres in New York hatte er beträchtlich zum Erfolg beigetragen. Doch die Giants-Defense machte ihm schon damals erhebliche Probleme. Pech für New York: Cornerback Aaron Ross holte sich beim Play-Off-Sieg gegen die Atlanta Falcons am vergangenen Wochenende eine Gehirnerschütterung. Ob er am Sonntag dabei sein kann ist derzeit unklar.
Green Bay nutzte die Spielpause
Die Experten in den USA sind sich einig, dass die Packers die Pause während des Wildcard-Wochenendes sehr gut zur Genesung ihrer Verletzten genutzt haben. So macht zum Beispiel der wieder fitte Passempfänger Greg Jennings den Angriff der „Cheeseheads“ deutlich gefährlicher. Er ist bei Green Bay für die tiefen Pässe zuständig. Und noch ein Mann könnte den Giants ordentliche Probleme bereiten: Tight End Jermichael Finley. New York hatte über die gesamte Saison Probleme bei den Linebackern. Und Finley kann diese Schwächen am Montagmorgen erneut aufdecken.
Zwei Giganten aus New York werden die Packers-Defense vor schwierige Aufgaben stellen. Zum einen Runningback Ahmad Bradsaw, der sich nicht so leicht zu Boden bringen lässt, und Receiver Victor Cruz. Aber Green Bays Cornerback Charles Woodson läuft trotz seiner 35 Jahre wenn’s drauf ankommt immer noch zu Höchstform auf.
An einen Texans-Sieg glauben nur die eigenen Fans
Bereits Sonntagabend (14.1.2012) deutscher Zeit geht’s in der AFC um einen Platz im Finale eine Woche später. Die Houston Texans, die es in diesem Jahr erstmals in ihrer Geschichte (10 Jahre) in die Play Offs schafften und dort am vergangenen Wochenende die Cincinnati Bengals 31:10 abfertigten, müssen zu den Baltimore Ravens. Beide trafen sich in derselben Konstellation schon einmal in der regulären Saison. Im Oktober des vergangenen Jahres war das Spiel drei Viertel lang eng, dann zogen die Ravens davon. Am Ende stand ein deutliches 29:14.
So richtig vergleichbar ist die Partie aber nicht mit der Play-Off-Begegnung am Sonntag. Houston tauschte seither zweimal den Quarterback. Jetzt sorgt „Frischling“ T.J. Yates für den Spielaufbau bei den Texanern. Rechtzeitig zu den Play Offs ist Star-Receiver Andre Johnson wieder dabei. Wobei er gegen die Bengals eher mäßig spielte.
Als die Baltimore Ravens im Januar 2001 Super Bowl XXXV (35) gegen die New York Giants gewannen, war es trotz des 34:7 vor allem die Defense, die triumphierte. Logische Folge, aber eher ungewöhnlich, dass anschließend Linebacker Ray Lewis zum besten Spieler gewählt wurde. Heute, elf Jahre später, glänzt Baltimore auch in der Offense. Quarterback Joe Flacco hat an Sicherheit dazu gewonnen und verteilt das Lederei traumhaft sicher. Zudem darf Receiver Anquan Boldin (einer der besten der NFL) nach seiner Knie-Operation erstmals wieder auflaufen.
Bei all den offensiven Stärken gehört Baltimores Verteidigung noch immer zu den erfolgreichsten der Liga. Ray Lewis teilt weiterhin mächtig aus und ihm stehen zum Teil sehr erfahrene Spieler zur Seite.
Die Ravens-Verteidigung ist besonders stark gegen den Lauf – die wichtigste Waffe der Texans. Dort sorgt Runningback Adrian Foster für Unruhe bei den Gegnern. Doch sollten die Ravens Foster & Co. stoppen können, muss Houston deutlich häufiger werfen. Und das passt eigentlich nicht ins Konzept und zum Können von T.J. Yates und seiner Offense-Line.
