Acht Teams, nur vier Plätze: In den Play Offs zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine geht’s um die letzte Chance auf die Qualifikation. Wer nach Hin- und Rückspiel vorne liegt, darf im kommenden Jahr bei den besten europäischen Mannschaften mitkicken, die anderen müssen neu aufbauen. Besonders heiß wird die K.o.-Runde für Guus Hiddink. Der Nationaltrainer der Türkei wackelt schon jetzt gewaltig. Gegner seines Teams am Freitag (11.11.2011) und Dienstag (15.11.2011): Kroatien.
Seit dem 1:3 gegen Jogis Jungs schimpfen die Fans am Bosporus über den 65-jährigen Guus Hiddink. Der war mit einem klaren Ziel als türkischer Nationaltrainer angetreten: Qualifikation zur EURO 2012. Noch kann der Holländer das schaffen, seine Mannschaft hat zwei Spiele gegen starke Kroaten, um sich in die Endrunde der Europameisterschaft 2012 zu ballern.
Hiddink eilt so eine Art Ruf als Wundertrainer voraus. 2002 hatten es seine Südkoreaner ins WM-Halbfinale geschafft und verloren dort knapp gegen Deutschland (0:1). Vier Jahre später verhalf der Coach Australien zu seinem Sommermärchen. Bei der Weltmeisterschaft in Deutschland kamen die Australier zum ersten Mal in ihrer Geschichte ins Achtelfinale. Dort war dann gegen den späteren Weltmeister Italien Schluss (0:1). Pech für Guus Hiddink und seine Türken: Kroatien ist wohl einer der härtesten Gegner in den Play Offs. Nur die Portugiesen sind vielleicht schwieriger zu knacken. Sie starten am Freitag in Bosnien-Herzegowina.
Türken mit zwei Bundesliga-Profis
Im Spiel der Türken gegen die Kroaten gibt es viele Fragezeichen, was sich auch in den relativ ausgeglichenen Wettquoten niederschlägt. Wie stark ist das Team vom Balkan wirklich? Immerhin ließen sich Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg) & Co. in ihrer Gruppe von den Griechen vernaschen. Insgesamt zählten ihre Vorrundengegner eher zu den europäischen Fußball-Zwergen. Unklar ist deshalb, wie hoch die sieben Siege und ein Unentschieden einzuschätzen sind.
Dass Guus Hiddink und seine Türken dennoch leichter Favorit bei den Buchmachern sind, liegt womöglich an seinem Aufgebot für das Heimspiel gegen die Kroaten. Der 65-Jährige setzt auf die zwei Bundesliga-Profis Gökhan Töre (Hamburger SV) und Ömer Toprak (Bayer Leverkusen). Hinzu kommen die Superstars Halil (Trabzonspor) und Hamit Altintop (Real Madrid). Überraschend: Hiddink will den Ex-Dortmunder Nuri Sahin (jetzt Real Madrid) nicht dabei haben.
Play Offs sind für das türkische Fußball-Nationalteam nicht neu. Vor der EURO 2000 und der WM 2002 überstanden die Männer vom Bosporus die K.O.-Runde, Pleiten gab’s dagegen vor der EURO 2004 und der WM 2006.
Gepfiffen wird das Play-Off-Spiel am Freitag in der Turk Telekom Arena (Stadion von Galatasaray Istanbul) übrigens von einem Deutschen Team. Schiedsrichter ist Dr. Felix Brych aus München.
Cechs Nase
In allerletzter Sekunde stürmte Tschechien noch in die K.o.-Runde gegen Montenegro. Lange Zeit waren die Tschechen Schottland hinterher gelaufen. Erst in den letzten Spielen konnten sie die Jungs von der Insel dann noch abfangen. Und jetzt schaut eine ganze Fußball-Nation auf eine Nase. Die nämlich von Keeper Petr Cech. In der englischen Premier League brach ihm im Spiel mit seinem FC Chelsea bei Abstiegskandidat Blackburn Rovers das Nasenbein. Cech ist Stammtorwart im tschechischen Nationalteam und so was wie der Unantastbare. Die ganze Mannschaft setzt auf ihn.
Fällt Chech tatsächlich aus, wäre das die Chance für Jaroslav Drobny vom Hamburger SV. Der spielt in der Bundesliga immer stärker und musste schon beim 2:2 im September gegen die Schotten ran. Auf keinen Fall mitkicken darf Abwehrmann Tomas Hübschman. Der ist Gelb gesperrt.
Mit den Play Offs haben die Tschechen recht unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In der K.o.-Runde zur WM 2002 scheiterte das Team nach zwei Niederlagen an Belgien, auf dem Weg zur WM 2006 in Deutschland fertigte Tschechien dann aber Norwegen ab.
